{"id":11392,"date":"2022-01-11T13:59:44","date_gmt":"2022-01-11T13:59:44","guid":{"rendered":"https:\/\/profi-tutorials.de\/linux\/?p=11392"},"modified":"2022-01-11T13:59:45","modified_gmt":"2022-01-11T13:59:45","slug":"befehl-tune2fs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/profi-tutorials.de\/linux\/administration\/befehl-tune2fs\/","title":{"rendered":"Der Befehl tune2fs"},"content":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag wird der Befehl tune2fs behandelt, welcher unter UNIX- \/ Linux-Betriebssystemen zur &Auml;nderung der Einstellungen von <a class=\"glossaryLink cmtt_Informatik\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Dateisystem&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;Ein Dateisystem kontrolliert die Speicherung, das Ver&auml;ndern, L&ouml;schen und schlie&szlig;lich auch das Abrufen von Daten auf einem Speichermedium bzw.(...)&lt;\/div&gt;&lt;div class=cmtt_synonyms_wrapper&gt;&lt;div class=cmtt_synonyms_title&gt;Synonyms: &lt;\/div&gt;&lt;div class=cmtt_synonyms&gt;Filesystem&lt;\/div&gt;&lt;\/div&gt;\" href=\"https:\/\/profi-tutorials.de\/linux\/glossar\/dateisystem\/\" target=\"_blank\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Dateisystemen<\/a> verwendet wird. Unterst&uuml;tzt wird die Anpassung von Dateisystem-Parametern f&uuml;r ext2-, ext3- oder ext4-Dateisysteme.<\/p>\n<h2 id=\"t-1641560713282\">Installation<\/h2>\n<p><strong>tune2fs <\/strong>ist Teil des Pakets <strong>e2fsprogs <\/strong>und auf vielen Systemen (z.B. Debian, Ubuntu) bereits vorinstalliert. Eine manuelle Installation mit <strong>apt <\/strong>ist jedoch durch Ausf&uuml;hrung des folgenden Befehls m&ouml;glich:<\/p>\n<pre>apt-get install e2fsprogs<\/pre>\n<p>N&auml;here Informationen zur Paket- und Quellenverwaltung mit <strong>apt <\/strong>k&ouml;nnen Sie in <a href=\"https:\/\/profi-tutorials.de\/linux\/installation\/paket-verwaltung-apt\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">unserem Beitrag zu diesem Thema nachlesen<\/a>.<\/p>\n<h2 id=\"t-1641560713283\">Allgemeine Syntax<\/h2>\n<p>Die allgemeine <a class=\"glossaryLink cmtt_Allgemein cmtt_Informatik\" aria-describedby=\"tt\" data-cmtooltip=\"&lt;div class=glossaryItemTitle&gt;Syntax&lt;\/div&gt;&lt;div class=glossaryItemBody&gt;&#8203;Im  Allgemeinen wird unter Syntax ein Regel&#8203;system verstanden, welches zur  Kombination elementarer Zeichen zu zusammengesetzten &#8203;Zeichen in (...)&lt;\/div&gt;\" href=\"https:\/\/profi-tutorials.de\/linux\/glossar\/syntax\/\" target=\"_blank\" data-mobile-support=\"0\" data-gt-translate-attributes='[{\"attribute\":\"data-cmtooltip\", \"format\":\"html\"}]' tabindex=\"0\" role=\"link\">Syntax<\/a> des Befehls <strong>tune2fs <\/strong>lautet folgenderma&szlig;en:<\/p>\n<pre>tune2fs [Optionen] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<p>Ausf&uuml;hren und nutzen l&auml;sst sich <strong>tune2fs <\/strong>nur unter Angabe von Optionen. Des Weiteren muss der Aufruf von <strong>tune2fs <\/strong>mit Root-Rechten erfolgen.<\/p>\n<h2 id=\"t-1641560713284\">Wichtige Optionen<\/h2>\n<p>Die wichtigsten Optionen, die f&uuml;r <strong>tune2fs <\/strong>zur Verf&uuml;gung stehen, werden in diesem Abschnitt vorgestellt.<\/p>\n<h3 id=\"t-1641560713285\">-e &ndash; Fehlerverhalten festlegen<\/h3>\n<p>Stellt <strong>e2fsck <\/strong>Fehler im Dateisystem fest, dann sind f&uuml;r das System verschiedene Verhaltensweisen m&ouml;glich. In jedem Fall f&uuml;hrt ein Dateisystemfehler dazu, dass&nbsp;<strong>e2fsck&nbsp;<\/strong>das Dateisystem beim n&auml;chsten Reboot &uuml;berpr&uuml;ft. Mit der <strong>Option -e<\/strong> des Befehls <strong>tune2fs <\/strong>l&auml;sst das Verhalten beim Eintreten des Fehlers einstellen. M&ouml;gliche Werte sind <strong>&ldquo;continue&rdquo;<\/strong> (Fortfahren), <strong>&ldquo;remount-ro&rdquo;<\/strong> (Partition schreibgesch&uuml;tzt neu mounten) und <strong>&ldquo;panic&rdquo;<\/strong> (Kernel-Panic ausl&ouml;sen).<\/p>\n<pre>tune2fs -e [continue|remount-ro|panic] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713286\">-f &ndash; Auftretende Fehler ignorieren<\/h3>\n<p>Die <strong>Option -f<\/strong> erzwingt die vollst&auml;ndige Ausf&uuml;hrung einer <strong>tune2fs <\/strong>Operation, wobei eventuell auftretende Fehler ignoriert werden.<\/p>\n<pre>tune2fs -f [Optionen] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713287\">-g &ndash; Gruppe festlegen<\/h3>\n<p>Die Gruppe, welche die reservierten Dateisystem-Bl&ouml;cke verwenden darf, wird mit der <strong>Option -g<\/strong> festgelegt. Angegeben werden kann die Gruppe in Form einer <strong>numerischen Gruppen-ID<\/strong> (GID), oder als <strong>Gruppenname<\/strong>. Wird ein Gruppenname &uuml;bergeben, so wandelt <strong>tune2fs <\/strong>diesen in eine GID um, bevor er in den Superblock geschrieben wird.<\/p>\n<pre>tune2fs -g [Gruppe] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713288\">-j &ndash; ext3-Journal hinzuf&uuml;gen<\/h3>\n<p>Mithilfe der <strong>Option -j<\/strong> kann ein <strong>ext3-Journal<\/strong> zum Dateisystem hinzugef&uuml;gt werden. Wenn die <strong>Option -J<\/strong> dabei nicht zus&auml;tzlich angegeben wird, dann verwendet <strong>tune2fs <\/strong>die standardm&auml;&szlig;igen Journal-Parameter, um ein f&uuml;r die Gr&ouml;&szlig;e des Dateisystems angemessenes Journal anzulegen. Es ist zu beachten, dass f&uuml;r die Verwendung des Journals ein Kernel mit ext3-Unterst&uuml;tzung ben&ouml;tigt wird.<\/p>\n<pre>tune2fs -j [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713289\">-J &ndash; ext3-Journal-Einstellungen festlegen<\/h3>\n<p>Die <strong>Option -J<\/strong> wird verwendet, um die standardm&auml;&szlig;igen Journal-Einstellungen bei Erstellung eines <strong>ext3-Journals<\/strong> zu &uuml;berschreiben. Die Einstellungen werden der Option kommasepariert &uuml;bergeben und d&uuml;rfen, hinter einem <strong>Gleichheitszeichen &ldquo;=&rdquo;<\/strong>, auch Parameter erhalten.<\/p>\n<pre>tune2fs -J [Journal-Einstellungen] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<p>Unterst&uuml;tzt werden die folgenden Einstellungen:<\/p>\n<table data-rows=\"4\" data-cols=\"2\" data-v=\"middle\">\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"\"><strong>Einstellung<\/strong><\/th>\n<th style=\"\">Funktion<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td data-th=\"Einstellung\" style=\"\">size=[Size]<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Ein Journal der <strong>Gr&ouml;&szlig;e [Size] in Megabyte<\/strong><strong>&nbsp;<\/strong>auf dem Dateisystem erstellen. Die Mindestgr&ouml;&szlig;e betr&auml;gt 1024 Dateisystem-Bl&ouml;cke (z.B. 1MB bei 1K-Bl&ouml;cken). Die Maximalgr&ouml;&szlig;e ist 10.240.000. Vor Erstellung muss sichergestellt sein, dass ausreichend freier Speicher im Dateisystem vorhanden ist.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Einstellung\" style=\"\">location=[Location]<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Gibt den Speicherort des Journals an. Als <strong>[Location]<\/strong> kann entweder eine <strong>Blocknummer<\/strong>, oder, durch Hinzuf&uuml;gen eines <strong>Einheitensuffix <\/strong>(z.B. <strong>&ldquo;M&rdquo;<\/strong>, <strong>&ldquo;G&rdquo;<\/strong>, etc.), ein <strong>Offset <\/strong>vom Anfang des Dateisystems angegeben werden.&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Einstellung\" style=\"\">device=[Device]<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">H&auml;ngt das Dateisystem an das angegebene Journal-Blockger&auml;t an. Letzteres externes Journal muss bereits mit dem <strong>Befehl &ldquo;mke2fs -O journal_dev [Device]&rdquo;<\/strong> erstellt worden sein. Es ist zu beachten, dass das externe Journal mit derselben Blockgr&ouml;&szlig;e formatiert sein muss, wie das Dateisystem, welches dieses nutzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3 id=\"t-1641560713290\">-l &ndash; Dateisystem-Superblock auflisten<\/h3>\n<p>Mit der <strong>Option -l<\/strong> k&ouml;nnen die aktuellen Inhalte des Dateisystem-Superblocks aufgelistet werden. Ausgegeben werden auch die Werte der Einstellungen, die mit <strong>tune2fs <\/strong>gesetzt werden k&ouml;nnen.<\/p>\n<pre>tune2fs -l [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713291\">-L &ndash; Volume-Label festlegen<\/h3>\n<p>Das <strong>Volume-Label<\/strong> des Dateisystems kann mit der <strong>Option -L<\/strong> gesetzt werden. Bei ext2-Dateisystemen darf das Volume-Label maximal 16 Zeichen lang sein. &Uuml;berschreitet der mit der <strong>Option -L<\/strong> angegebene Wert diese Grenze, dann k&uuml;rzt <strong>tune2fs <\/strong>ihn und gibt eine Warnung aus.<\/p>\n<pre>tune2fs -L [Label] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713292\">-m &ndash; Prozentuale Reservierung festlegen<\/h3>\n<p>Die <strong>Option -m<\/strong> erlaubt die Festlegung des f&uuml;r privilegierte Prozesse <strong>reservierten Anteils<\/strong> des Dateisystems in Prozent. In der Regel werden einige Dateisystembl&ouml;cke f&uuml;r die Nutzung durch privilegierte Prozesse reserviert, damit <strong>System-Dienste<\/strong> (z.B. syslogd) auch dann noch richtig funktionieren, wenn unprivilegierte Prozesse bereits am Schreiben auf das Dateisystem gehindert werden. Standardm&auml;&szlig;ig werden <strong>5% der Bl&ouml;cke<\/strong> reserviert.<\/p>\n<pre>tune2fs -m [Anteil] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713293\">-o &ndash; Standard-Mount-Optionen festlegen<\/h3>\n<p>Mithilfe der <strong>Option -o<\/strong> lassen sich die <strong>Standard-Mount-Optionen<\/strong> des Dateisystems setzen oder leeren. Die festgelegten Standard-Mount-Optionen k&ouml;nnen mit anderen Mount-Optionen, wie sie in der <strong>\/etc\/fstab<\/strong> spezifiziert sind oder dem Befehl <strong>mount <\/strong>&uuml;bergeben werden, &uuml;berschrieben werden. &Auml;ltere Kernel unterst&uuml;tzen diese Funktion teilweise nicht. Insbesondere <strong>Kernel-Versionen vor 2.4.20<\/strong> ignorieren die Standard-Mount-Optionen im Superblock.<\/p>\n<pre>tune2fs -o [Mount-Optionen] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<p>Es k&ouml;nnen mehrere Mount-Optionen geleert oder gesetzt werden, indem diese kommasepariert hintereinander angegeben werden. Eine Mount-Option mit dem <strong>Pr&auml;fix &ldquo;^&rdquo;<\/strong> wird dabei im Superblock <strong>geleert<\/strong>. Das <strong>Hinzuf&uuml;gen <\/strong>einer Mount-Option ist durch Verwendung des<strong> Pr&auml;fix &ldquo;+&rdquo;<\/strong> oder <strong>ohne Pr&auml;fix<\/strong> m&ouml;glich.<\/p>\n<p>Der folgenden Tabelle sind die verf&uuml;gbaren Mount-Optionen und ihre jeweiligen Funktionen zu entnehmen:<\/p>\n<table data-rows=\"13\" data-cols=\"2\" data-v=\"middle\">\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"\"><strong>Option<\/strong><\/th>\n<th style=\"\">Funktion<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\">debug<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Aktiviert Debugging-Code f&uuml;r dieses Dateisystem.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\">bsdgroups<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">BSD-Verhalten beim Erstellen neuer Dateien emulieren. Die GID des Verzeichnisses, in dem eine Datei erstellt wird, wird dabei &uuml;bernommen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\">user_xattr<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Aktiviert benutzerdefinierte erweiterte Attribute.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\">acl<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Aktiviert POSIX Access Control Lists.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">uid16<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Deaktiviert 32-Bit UIDs und GIDs.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">journal_data<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Wenn das Dateisystem mit aktiviertem Journalling gemountet ist, dann werden alle Daten (nicht nur die Metadaten) dem Journal hinzugef&uuml;gt, bevor sie in das Hauptdateisystem geschrieben werden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">journal_data_ordered<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Wenn das Dateisystem mit aktiviertem Journalling gemountet ist, dann werden alle Daten direkt in das Hauptdateisystem geschrieben, bevor ihre Metadaten dem Journal hinzugef&uuml;gt werden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">journal_data_writeback<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Wenn das Dateisystem mit aktiviertem Journalling gemountet ist, dann d&uuml;rfen Daten in das Hauptdateisystem geschrieben werden, nachdem ihre Metadaten dem Journal hinzugef&uuml;gt wurden. Die Option kann den Durchsatz erh&ouml;hen, erlaubt jedoch unter Umst&auml;nden auch das Auftauchen alter Dateien nach einem Crash und Journal-Recovery.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">nobarrier<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Das Dateisystem wird mit deaktivierten Barrier-Optionen im Journal gemountet. Die Option wird derzeit nur von ext4-Dateisystem-Treibern in Kernel-Versionen 2.6.35 und h&ouml;her unterst&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">block_validity<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Das Dateisystem wird mit aktivierter &ldquo;block_validity&rdquo; Option gemountet, wodurch zus&auml;tzliche &Uuml;berpr&uuml;fungen nach dem Lesen und Schreiben vom Dateisystem durchgef&uuml;hrt werden. Die Option f&uuml;hrt zu einem erh&ouml;hten Speicher- und CPU-Overhead und sollte entsprechend nur zu Debugging-Zwecken aktiviert werden. Unterst&uuml;tzt wird die Option von Kernel-Versionen 2.6.35 und h&ouml;her.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">discard<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Das Dateisystem wird mit aktivierter &ldquo;discard&rdquo; Mount-Option gemountet. Der Dateisystemtreiber versucht dann, die Trim\/Discard-Funktion einiger Speicherger&auml;te zu nutzen, um das Speicherger&auml;t dar&uuml;ber zu informieren, dass Bl&ouml;cke, die zu gel&ouml;schten Dateien geh&ouml;ren, f&uuml;r andere Zwecke wiederverwendet werden k&ouml;nnen. Die Option wird von Kernel-Versionen 2.6.35 und h&ouml;her unterst&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Option\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">nodelalloc<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Das Dateisystem wird mit aktivierter &ldquo;nodelalloc&rdquo; Option gemountet, wodurch die verz&ouml;gerte Zuordnung (delayed allocation) deaktiviert wird.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3 id=\"t-1641560713294\">-O &ndash; Dateisystemfeatures festlegen<\/h3>\n<p><strong>Dateisystemfeatures <\/strong>lassen sich mit der <strong>Option -O<\/strong> setzen oder leeren. Mehrere Features k&ouml;nnen dabei in einem Befehl gesetzt oder geleert werden, indem sie kommasepariert hintereinander angegeben werden. Genau wie auch bei der <strong>Option -o<\/strong> werden solche Features, die mit einem <strong>Pr&auml;fix &ldquo;^&rdquo;<\/strong> versehen werden, <strong>geleert<\/strong>. Der <strong>Pr&auml;fix &ldquo;+&rdquo;<\/strong> oder <strong>kein Pr&auml;fix<\/strong> f&uuml;hren zum <strong>Setzen <\/strong>des entsprechenden Features.<\/p>\n<pre>tune2fs -o [Mount-Optionen] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<p>In der folgenden Tabelle sind die verf&uuml;gbaren Dateisystemfeatures aufgelistet:<\/p>\n<table data-rows=\"18\" data-cols=\"2\" data-v=\"middle\">\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"\"><strong>Feature<\/strong><\/th>\n<th style=\"\">Funktion<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\">dir_index<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Gehashte B-B&auml;ume verwenden, um das Nachschlagen (Lookups) f&uuml;r gro&szlig;e Verzeichnisse zu beschleunigen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\">dir_nlink<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Mehr als 65000 Unterverzeichnisse pro Verzeichnis erlauben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\">encrypt<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Verschl&uuml;sselung auf Dateisystem-Ebene erlauben. <strong>tune2fs <\/strong>unterst&uuml;tzt derzeit nur das Setzen dieses Features.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\">extent<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Erlaubt die Nutzung von Extent-B&auml;umen zur Speicherung der Position von Datenbl&ouml;cken in Inodes. <strong>tune2fs <\/strong>unterst&uuml;tzt derzeit nur das Setzen dieses Features.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">extra_isize<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Aktiviert die erweiterten Inode-Felder, die von ext4 verwendet werden.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">filetype<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Dateityp-Informationen in Verzeichniseintr&auml;gen speichern.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">flex_bg<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Erlaubt die Platzierung von Bitmaps und Inode-Tabellen f&uuml;r eine Blockgruppe an jeglicher Position auf dem Speichermedium. <strong>tune2fs <\/strong>f&uuml;hrt keine Reorganisation der Positionen der Inode-Tabellen und Zuordnungs-(Allocation-)Bitmaps durch. Dies wird von <strong>mke2fs <\/strong>durchgef&uuml;hrt, wenn ein neu formatiertes Dateisystem mit aktiviertem &ldquo;flex_bg&rdquo; erstellt wird. Dieses Feature wird nur von dem ext4-Dateisystem unterst&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">has_journal<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Ein Journal zur Gew&auml;hrleistung der Dateisystem-Konsistenz, auch &uuml;ber unsaubere Abschaltungen hinweg, verwenden.&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">huge_file<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Dateien gr&ouml;&szlig;er als 2 Terabyte unterst&uuml;tzen.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">large_file<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Das Dateisystem darf Dateien gr&ouml;&szlig;er als 2 Gigabyte beinhalten.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">metadata_csum<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Eine Checksumme zum Schutz der Inhalte jedes Metadaten-Blocks speichern.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">mmp<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Aktiviert das Multiple-Mount-Protection (MMP) Feature.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">quota<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Aktiviert interne Dateisystem-Quota-Inodes.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">read-only<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Zwingt den Kernel dazu, das Dateisystem im Read-Only-Modus (nur lesen) zu mounten.&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">resize-inode<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Reserviert Speicher, sodass die Blockgruppen-Deskriptor-Tabelle in Zukunft wachsen darf. <strong>tune2fs <\/strong>erlaubt nur das Leeren dieses Dateisystem-Features.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">sparse_super<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Limitiert die Anzahl der Backup-Superbl&ouml;cke, um Speicher auf gro&szlig;en Dateisystemen zu sparen. <strong>tune2fs <\/strong>erlaubt derzeit nur das Setzen dieses Dateisystem-Features.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Feature\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">uninit_bg<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\" rowspan=\"1\" colspan=\"1\">Erlaubt dem Kernel die Lazy-Initialisierung von Bitmaps und Inode-Tabellen. Der erste Durchlauf von <strong>e2fsck <\/strong>nach Aktivierung dieses Features ben&ouml;tigt die volle Zeit. &nbsp;Nachfolgende Durchl&auml;ufe von <strong>e2fsck <\/strong>ben&ouml;tigten dann jedoch, je nachdem wie belegt das Dateisystem ist, nur noch einen Bruchteil der Zeit. Dieses Feature wird nur von dem ext4-Dateisystem unterst&uuml;tzt.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Nach dem Setzen oder leeren der Dateisystem-Features <strong>&ldquo;sparse_super&rdquo;<\/strong>, <strong>&ldquo;uninit_bg&rdquo;<\/strong>, <strong>&ldquo;filetype&rdquo;<\/strong> oder <strong>&ldquo;resize_inode&rdquo;<\/strong> muss das Dateisystem eventuell mithilfe von <strong>e2fsck <\/strong>&uuml;berpr&uuml;ft werden, um es wieder in einen konsistenten Zustand zu versetzen. Wenn ben&ouml;tigt, dann gibt <strong>tune2fs <\/strong>eine entsprechende Meldung aus.<\/p>\n<p>Weiterhin kann nach dem Setzen des Features <strong>&ldquo;dir_index&rdquo;<\/strong> der folgende Befehl ausgef&uuml;hrt werden, um existierende Verzeichnisse in das gehashte B-Baum-Format zu konvertieren:<\/p>\n<pre>e2fsck -D<\/pre>\n<p>Schlie&szlig;lich ist zu beachten, dass die Aktivierung einiger Dateisystem-Features dazu f&uuml;hrt, dass sich das Dateisystem nicht mehr von Kernels mounten l&auml;sst, die diese Features nicht unterst&uuml;tzen.<\/p>\n<h3 id=\"t-1641560713295\">-r &ndash; Anzahl reservierter Bl&ouml;cke festlegen<\/h3>\n<p>Die <strong>Anzahl reservierter Dateisystembl&ouml;cke<\/strong> kann mit der <strong>Option -r<\/strong> festgelegt werden:<\/p>\n<pre>tune2fs -r [Anzahl] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713296\">-u &ndash; Benutzer festlegen<\/h3>\n<p>Der Benutzer, der die reservierten Dateisystem-Bl&ouml;cke verwenden darf, wird mit der <strong>Option -u<\/strong> festgelegt. Die Angabe des Benutzers kann in Form einer <strong>numerischen User-ID<\/strong> (UID), oder als <strong>Benutzername <\/strong>erfolgen. Wird ein Benutzername &uuml;bergeben, so wandelt <strong>tune2fs&nbsp;<\/strong>diesen in eine UID um, bevor er in den Superblock geschrieben wird.<\/p>\n<pre>tune2fs -u [Benutzer] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<h3 id=\"t-1641560713297\">-U &ndash; Dateisystem-UUID festlegen<\/h3>\n<p>Mit der <strong>Option -U<\/strong> kann die <strong>UUID <\/strong>des Dateisystems festgelegt werden. Das Format der <strong>UUID <\/strong>entspricht einer Reihe von Hex-Ziffern die durch <strong>Minuszeichen &ldquo;-&ldquo;<\/strong> getrennt sind. Beispiel f&uuml;r eine <strong>UUID <\/strong>ist <strong>&ldquo;7f22b916-06b0-46de-a87d-fe27f66588a8&rdquo;<\/strong>.<\/p>\n<pre>tune2fs -U [UUID] [Ger&auml;t]<\/pre>\n<p>Alternativ darf als <strong>UUID <\/strong>auch einer der folgenden Werte angegeben werden:<\/p>\n<table data-rows=\"4\" data-cols=\"2\" data-v=\"middle\">\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"\"><strong>Wert<\/strong><\/th>\n<th style=\"\">Funktion<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td data-th=\"Wert\" style=\"\">clear<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Leert die Dateisystem UUID.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Wert\" style=\"\">random<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Generiert eine neue zuf&auml;llige UUID.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td data-th=\"Wert\" style=\"\">time<\/td>\n<td data-th=\"Funktion\" style=\"\">Generiert eine neue zeitbasierte UUID.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: center;\">Abonniere JETZT unseren Newsletter!<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Verpasse nie wieder <strong>neue<\/strong> Beitr&auml;ge und <strong>exklusive Insider-Only-Inhalte!<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Beitrag wird der Befehl tune2fs behandelt, welcher unter UNIX- \/ Linux-Betriebssystemen zur \u00c4nderung der Einstellungen von Dateisystemen verwendet wird. 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